Sumpfgebiet S' Albufera

Radfahren in S'Albufera
Vogelparadies S'Albufera
Wandern im Sumpfgebiet S'Albufera

Mallorca Urlaub mit Kindern  Albufera

Im Land der Vögel

 

Wenn Ihr mal mit den Kindern im wahrsten Sinne des Wortes in Ruhe versumpfen wollen, fahrt bitte (noch) nicht zum Ballermann. Nein, das Sumpfgebiet S’Albufera wäre dann die richtige Wahl.

Wie bitte? Sümpfe auf Mallorca? Ja, korrekt. Auch damit kann die Insel aufwarten. Und obwohl das Naturschutzgebiet nah an einer touristisch stark frequentierten Zone, nämlich zwischen Port d’Alcúdia und Can Picafort, liegt, kennen es viele Urlauber immer noch nicht. Dabei bildet es wirklich einen gelungenen Kontrapunkt zum ewig lockenden Strand, bei dem es vor allem um eines geht: Stille.

 

Töricht im Röhricht

 

Der Eingang zum Park befindet sich an der Pont dels Anglesos (Brücke der Engländer) am Canal Gran de s’Albufera, dem großen Kanal Albuferas. Die 

über die Brücke verlaufende Landstraße Ma-12 verbindet Port d’Alcúdia mit Can Picafort. Am Kreisverkehr hinter der Brücke befindet sich auch ein kleiner Park- platz. Sollte er voll sein kann man es auf der andere Straßenseite vor den Hotels probieren. Vom Eingang aus erreicht man nach gut einem Kilometer das Besucherzentrum Centre de Recepció sa Roca. Es ist in einer ehemaligen Papiermühle untergebracht, in der man Schilf aus dem Gebiet zur Papierherstellung nutzte. Bitte meldet Euch und die Kids hier kostenlos an.

Das ist nur eine Formalität, um die Besucherzahlen etwas besser einschätzen zu können. Solltet Ihr an einer kostenlosen Führung (immer samstags 10– 12 Uhr) interessiert sein, erfragt bitte vorher telefonisch, ob diese stattfindet. Dafür braucht es insgesamt 20 Teilnehmer. Auch Ferngläser können im Besucherzentrum ausgeliehen werden. Informationsbroschüren liegen kostenfrei aus. Wenn Ihr den Park lieber auf eigene Faust entdecken wollt, dann führen von hier fünf ausgeschilderte Wegrouten durch den Naturpark. Darüber hinaus befindet sich auch ein kleines Museum im Inneren des Parks.

 

Es kreucht und fleucht

 

Das Gebiet S’Albufera war ursprünglich eine Seenlandschaft, die vor ca. 100 000 Jahren entstand und langsam verlandete, nur durch Dünen vom salzigen Meer getrennt. Seitdem ist das 1700 Hektar große Sumpfgebiet Zwischenstation oder Zuhause von Reihern, Kolbenenten, Schafstelzen, Flamingos und Fischadlern und 300 weiteren Vogelarten. Zwei Drittel aller auf den Balearen vorkommenden Vögel können hier auf eigens errichteten Beobachtungsständen entdeckt werden. Aber auch Reptilien, wie Schlangen (allesamt ungiftig), Sumpfschildkröten und Frösche sind in den Kanälen zu sehen. Dazu zählte man in den Gewässern fast 30 verschiedene Fischarten - vor allem Barsche und Aale.

 

Hinweis:

Bitte haltet die Kinder vor allem in den Beobachtungsständen etwas zur Ruhe an, da dieser Park gerne von mehr oder weniger professionellen Ornithologen besucht wird, die empfindlich reagieren, sollten Ihre Kinder den gerade unter Beobachtung stehenden Vogelverband aufscheuchen. Normalerweise sollte das aber kein Problem sein.

Tipp gegen gelangweilte Blagen: Achtet auf die verschiedenen Klänge und versucht sie mit den Kindern zuzuordnen. Von wo kommt das? 

 

Ein Sumpf wird trocken !

 

Doch so idyllisch S’Albufera auch anmutet, es steckt eine lange Geschichte in den Untiefen der Sümpfe. Denn es handelt sich um keine reine Naturlandschaft mehr. Schon vor 150 Jahren unternahm die spanische Regierung Maßnahmen zur Trockenlegung der Sümpfe. Einerseits wollte man damit landwirtschaftliche Nutzflächen gewinnen, andererseits die Malaria übertragenden Mücken im Gebiert ausmerzen. Doch das stellte sich als wahre Mammutaufgabe heraus, an der man so lange scheiterte, bis sich schließlich der englische Ingenieur Frederick Bateman im April 1863 ihrer annahm - mit sage und schreibe 1500 Mann. Bis ins Jahr 1871 bauten die Arbeiter fast 50 Kilometer Wege, 138 Kilometer Kanäle, elf Brücken und einen 300 Meter langen Landungssteg zum Meer und zwar für insgesamt 18 Millionen Peseten (Gegenwert 5,6 Tonnen Gold), die Bateman selbst bezahlte. Dafür durfte dieser eben jeden Quadratmeter Land, den er trockenlegte, sein Eigen nennen. Am Ende konnten tatsächlich Getreide, Baumwolle, Reis und sogar Seide angebaut werden. Doch ließ sich die Natur nicht überlisten und Salzwasser lief ständig in die Nutzfläche nach. Em Ende blieben Bateman nur 280 Hektar Nutzfläche. Die vererbte er schließlich an seinen Sohn, der sie wiederum an einen mallorquinischen Großgrundbesitzer verkaufte. Seit 1988 ist der Park per Dekret der Balearen-Regierung ein Naturschutzgebiet von besonderem Interesse (ANEI). 


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malerischer Kanal in S'Abufera

Infokasten: 

 

Tourencharakter: Eine völlig unerwartete Landschaft, bei der es weniger um wilde Abenteuer geht als um stilles Beobachten im Einklang mit der Natur. Das wird geboten: seltene Flora und Fauna; schöne Fotomotive; spazieren gehen in beinahe unberührter Landschaft

Länge/Dauer: Variabel nach Lust und Kondition ca. 1-3,5 Std. 5 Hm.

Altersempfehlung: ab 3 Jahre. Kinderwagen ja.

Anfahrt: Von Palma über die Autobahn Richtung Norden – Port d’Alcúdia; auf der Landstraße Ma-12 Richtung Can Picafort; bei der Brücke der Engländer (siehe Karte) parken

Ausrüstung: Fernglas (kann im Park auch ausgeliehen werden), Wasser, Insektenschutz gegen Mücken

Einkehr: Port d’Alcúdia

Beste Zeit: Ganzjährig. Kein Schatten. Wer Zugvögel beobachten will: Frühjahr bzw. Herbst 

Öffnungszeiten: Der Park selbst ist vom 1. April bis 30. September von 9–18Uhr, vom 1. Oktober bis 31. März von 9–17Uhr geöffnet. Das Besucherzentrum ist von 9–16Uhr geöffnet, Tel. +34/971/892250, Führungen ab 20 Personen nur Samstagvormittags (2 Std., bitte vorher telefonisch anmelden)

Preise: Gratis, allerdings muss man sich im Besucherzentrum anmelden 

 In der Nähe: Playa de Muro, Playa d’Alcúdia, Finca Son Real, Stiftung Jakober 




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